Was ist Glas?

Glas ist ein amorpher Werkstoff, der bei schneller Abkühlung von anorganischer Schmelze entsteht. Durch die fehlende Kristallstruktur hat Glas keinen genauen Schmelzpunkt. Wird Glas durch steigende Temperatur beeinflusst so wird es erst weich und fängt dann langsam an in den liquiden Zustand über zu gehen. Deshalb ist Glas bei höheren Temperaturen leicht zu verformen. Glas weist eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit auf, ist chemisch gut resistent und hat eine geringe elektrische Leitfähigkeit.  

Herstellung von Glas

Der Hauptbestandteil von Glas bildet Siliziumdioxid wie zum Beispiel Quarzsand oder Bergkristalle, der für die Härte des Glases verantwortlich ist. Auch andere Oxide wie beispielsweise Bor, Arsen und Phosphor haben die Fähigkeit Glas zu bilden. 
Zu den Oxiden werden Flussmittel beigemischt, welche den teilweise sehr hoch liegenden Schmelzpunkt herabsetzten sollen. Zu den Flussmitteln gehören Kaliumkarbonat und Natriumkarbonat. Die Rohstoffe werden zerkleinert und dann vermischt. Die Mischung wird dann anschließend miteinander verschmolzen. Ab einer Temperatur von 1500°C entsteht eine klare Flüssigkeit. Das Abkühlen der Flüssigkeit spielt bei der Glasherstellung eine entscheidende Rolle für die charakteristischen Kenngrößen. Eine falsche Abkühlung kann eine Kristallinbildung hervorrufen, welche eine Trübung verursacht.

 

Es hat sich bei Glas keine einheitliche Charakterisierung gebildet. Manche Glassorten werden nach ihrer chemischen Zusammensetzung, andere nach ihrem Herstellungsverfahren und wieder andere nach ihrer Anwendung benannt.
 

Geschichte von Glas

Das Material Glas wurde eher durch Zufall in der frühen Antike bei der Herstellung von Töpferware entdeckt. Die ältesten Funde stammen aus dem 7. Jahrtausend vor Christus. Eine der ersten Verwendungen von Glas war die Herstellung von Gefäßen. Das Glas wurde in Form von Stäbchen im erweichten Zustand um einen Keramikkern gewickelt. Nach dem Aushärten des Glases, wurde der Kern herausgekratzt. Zur Herstellung des Glases zerkleinerte man Quarzgestein und mischte diesem eine sodahaltige Pflanzenasche bei. Die Mischung wurde dann bei ca. 800°C geschmolzen. Nach dem Abkühlen folgte ein zweites erhitzen bei höherer Temperatur. Daraus wurden dann etwa 10 cm hohe Barren mit einem Durchmesser von etwa 14 cm hergestellt. Man konnte das Glas auch durch beimischen von Metall- Oxiden färben. Zu Römerzeiten wurde das Glas aus Flusssand und Natron, aus Ägypten stammend, hergestellt. Dass Glas als Fensterglas verwendet wurde, kam erst mit der Gotik im 12. Jahrhundert auf. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Glas stark an die Architektur gebunden, erst in den letzten 40 Jahren wurde Glas als Hochleistungswerkstoff mit herausragenden Eigenschaften entdeckt. Der Einsatz von Glasfasern machte die Übertragung von digitalen Daten erst möglich.

Begriffe rund um's Glas

 

ESG

Einscheiben-Sicherheitsglas.  Durch eine spezielle Wärmebehandlung wird das Glas vollvorgespannt, dadurch erhält das Glas eine Zugspannung im Kern, die Oberfläche erhält eine Druckspannung. ESG ist höher Stoß- und Schlagfest als normales Glas und unempfindlich bei großen Temperaturunterschieden. Bei hoher Belastung zerfällt ESG in kleine Teile, somit verringert sich die Verletzungsgefahr gegenüber Normalglas ganz erheblich.

 

Floatglas

Flachglas. Das Glas wird in einem endlos-kontinuierlichen Prozess in einem Bad aus Zinn gezogen, in dem das flüssige Glas aufschwimmt. Dieser Prozess wird Floatprozess genannt. Weltweite Standardglasstärken sind 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12, 15, 19 und 24 mm 

 

Milchglas

Als Michglas werden umgangssprachlich Scheiben mit weißer Einfärbung oder Trübung bezeichnet. Beim Einfärben wird die Farbe durch das Beimengen von Stoffen (phosphorsaurer Kalk, Fluoriden, Zinnoxid auch Kryolith) während der Glasschmelze erzielt. Die Trübung wird z.B. durch aufrauen (Sandstrahlen, Ätzen) oder durch das auf-/einbringen von Folien erzielt. Je nach Verfahren können unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden.

 

Ornamentglas

Glas mit ein- oder beidseitiger Oberflächenprägung und Struktur, je nach Struktur der Oberflächenprägung kann es lichtstreuende oder lichtlenkende Wirkung haben.

 

Refloglas

Entspiegeltes Glas. Glas wird durch ein Ätzverfahren geleitet, welches eine oder beide Seiten des Glases angeraut. Diese Glas wird vor allem bei der Rahmung von Bildern genutzt.

TVG

Teilvorgespanntes Glas. Das Glas wird einem thermischen Vorspannprozess unterzogen, dadurch entstehen geringe Spannungsunterschiede im Glas. TVG wird ausschließlich für die Herstellung von VSG genutzt.  In Deutschland sind bei Überkopfverglasungen ab 1,50 m VSG-Scheiben aus TVG vorgeschrieben.

 

VSG

Verbund-Sicherheitsglas. Zwischen zwei oder mehreren Glasscheiben wird eine reißfeste, zähelastische Folie eingebracht und unter Hitze und Druck dauerhaft mit dem Glas verbunden.
 


Glas - transparente Freiheit

Glas, der transparente Baustoff, der uns Licht gibt, aber gleichzeitig vor Wind, Regen und Kälte schützt. In besonderen Ausstattungen kann Glas auch vor Lärm (Schallschutzglas) und Sonne schützen. Als Verbundsicherheitsglas (VSG) wirkt es einbruchhemmend und als Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist es bestens für Glastüren geeignet, da einerseits äußerst stabil ist und andererseits bei einer Zerstörung keine großen scharfkantigen Glasscherben entstehen.

Die Wärmeschutzfunktion von Isoliergläsern wird durch von der Anzahl der Scheiben (2fach, 3fach), die Stärke der trägen Luftpolster zwischen den Scheiben und die Reflektionsfähigkeit von Wärmestrahlen durch Bedampfung mit Metall (meist Silber) bestimmt. In vielen Varianten wird der Scheibenzwischenraum mit Edelgas (Argon) befüllt, das ein noch trägerer Wärmeleiter als Luft ist. Im Scheibenzwischenraum können auch Sprossen oder Beschattungen angebracht werden.


Welches Glas wir für Ihr Objekt empfehlen, welche Zusatzausstattungen sinnvoll oder gar notwendig sind, besprechen wir gern ausführlich mit Ihnen.